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Über uns …

                                           

 Willkommen im Westend (WiW) ist ein Bündnis zur Unterstützung der Flüchtlinge in Charlottenburg! Bei uns engagieren sich Menschen aus der Nachbarschaft, Vertreter*innen verschiedener Parteien, Organisationen wie der Flüchtlingsrat, der Jesuiten Flüchtlingsdienst, bezirkliche Kirchengemeinden und Initiativen.

Dazu treffen wir uns regelmäßig am erste Donnerstag im Monat, um uns über die Lage der Flüchtlinge in den im Bezirk auszutauschen, Unterstützung zu organisieren oder Veranstaltungen zu planen.

Entstanden ist unsere Initiative 2013, als Kirsten Goetze fremdenfeindliche Flyer und sogar Unterschriftenlisten gegen das geplante Flüchtlingsheim in der Umgebung der Soorstraße auffielen. Entsetzt über den offenen Rassismus in der eigenen Nachbarschaft, beschloss sie etwas dagegen zu unternehmen. Sie sprach Organisationen und Initiativen an, organisierte ein Treffen und verteilte erste selbstentworfene Flugblätter, um ihre Nachbarn und Nachbarinnen über die Situation der Flüchtlinge aufzuklären und den rassistischen Vorurteilen und Ängsten etwas entgegenzusetzen. Gemeinsam gelang es, die Stimmung auf der ersten Einwohnerversammlung positiv zu wenden und eine große Welle der Solidarität und Unterstützung in der Nachbarschaft auszulösen. Dieses Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, den Flüchtlingen ein Willkommen zu bereiten!

Unsere Aktivitäten sind unterschiedlich und stützen sich hauptsächlich auf drei Säulen:

Willkommenskultur, politische/rechtliche Unterstützung, Vernetzung

1.Willkommenskultur schaffen /erhalten

Schon vor der Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft in der Soorstraße 2013 gab fremdenfeindlichen Tendenzen in der Nachbarschaft. Wir haben uns von Anfang an mit großem Engagement dafür eingesetzt, die Stimmung zu wenden. Glücklicherweise gelang es, auf der ersten Infoversammlung im Heim eine Atmosphäre zu schaffen, in der die wichtigste Frage unter den Anwesenden war: Wie können wir helfen? Was können wir tun, um die schutzsuchenden Flüchtlinge zu unterstützen?

Feste bei denen Bewohner*nnen der Unterkünfte, Nachbar*innen und Unterstützer*innen gemeinsam feierten, sich kennenlernen und informieren konnten, hat einiges dazu beigetragen, Vorurteile abzubauen und neue Unterstützer*innen zu gewinnen.

Als die NPD den latenten Rassismus wie in Hellersdorf für ihre Ziele nutzen wollte und eine Kundgebung ankündigte, konnten wir bei erfolgreich und gut besuchten Gegendemonstration hier im Kiez zeigen: Nazis sind nicht willkommen!

Wir setzen uns weiter gegen den Rechtsruck, Rassismus aller Art und für eine offene und gerechte Gesellschaft für alle ein.

Obwohl die Flüchtlingsunterkünfte in unserem Kiez nun schon länger existieren und sich die Befürchtungen und Ängste der Nachbar*innen als unbegründet erwiesen haben, ist es immer noch sehr wichtig Aufklärung zu leisten. Wir versuchen deshalb immer wieder Kontakt herzustellen zwischen den Menschen in der Umgebung und den Bewohner*innen der Heime. Sei es durch Vernetzung mit Einrichtungen in der Umgebung, wie Jugendclubs oder Sportvereinen oder weitere gemeinsame Feste.

Wir verstehen uns auch als Ansprechpartner für Menschen die, die Flüchtlinge mit Spenden, Hilfsangeboten oder Ideen und Projekten unterstützen wollen. Um die große spontane, ehrenamtliche Hilfsbereitschaft sinnvoll und nachhaltig koordinieren zu können, haben wir uns von Anfang an dafür eingesetzt, dass der Bezirk und die Unterkünfte uns bei der Koordinierung des Ehrenamts unterstützt. Hier gibt es Möglichkeiten in verschiedenen Bereichen mitzuarbeiten (z.B. Kinder- und Jugendarbeit, Frauengruppe, Unterstützung einzelner Familien u.a.) oder neue Ideen einzubringen und Angebote zu schaffen.

Wir organisieren in den Unterkünften Deutschunterricht für Kinder und Erwachsene und freut sich ebenfalls über alle die mitmachen wollen. Zudem Kooperieren wir eng mit dem Begegnungszentrum Interkulturanstalten Westend e.V./Ulme 35 – Raum für Kunst, Kultur & Begegnung.Dort finden auch unsere monatlichen Treffen statt.

2. Engagement für die Rechte der Flüchtlinge

Unsere zweite wichtige Aufgabe ist, uns dafür einzusetzen, dass die schutzsuchenden Flüchtlinge hier möglichst gute Bedingungen vorfinden, damit ihnen der Neuanfang in der Fremde gelingt. Deshalb achten wir darauf, dass die Mindeststandards in den Unterbringungen erfüllt sind und auch andere gesetzlich zugesicherte Rechte wie Schul- oder Kitabesuch der Kinder, gesundheitliche Versorgung sichergestellt sind. Wir versuchen den Betroffenen Informationen über Beratungsmöglichkeiten zu allgemeinen Rechts- und Asylfragen zugänglich zu machen.

Mitglieder unserer Initiative versuchen sich durch Fortbildungen selbst in das Thema einzuarbeiten und sich mit kompetenten Personen und Beratungsstellen zu vernetzen.

Wir solidarisieren uns mit den Forderungen für eine bessere Situation der Flüchtlinge, wie die Abschaffung der Dublin II Verordnung, der Residenzpflicht, dem Arbeitsverbot und setzten uns für eine Asylpolitik ein, die es den schutzsuchenden Personen erlaubt, ohne Angst, in Würde und mit abgesicherten Rechten in unserem Land ein menschenwürdiges Leben zu führen.

3. Vernetzung 

Wir vernetzen uns mit anderen Willkommensinitiativen und Initiativen die sich für  Flüchtlinge und asylrechtliche Verbesserungen eintreten.

Wir tauschen uns regelmäßig über unsere Arbeit aus und versuchen von den jeweiligen Erfahrungen zu lernen und gemeinsame Forderungen an Politik und Verwaltung zu erarbeiten. Die gemeinsamen offenen Briefe, Pressmitteilung und Aktionen findet ihr auf unserer Seite.

Dabei geht es uns auch darum, nicht nur für, sondern auch mit den Geflüchteten zu arbeiten, die sich selbst aktiv für ihre Rechte oder auch einzelnen Aktivitäten oder Verbesserungen in den Unterkünften einsetzen.

 

Jeder und jede ist herzlich eingeladen uns bei unserer Arbeit zu unterstützen. Obwohl wir ein gemeinsames Selbstverständnis gegen Rassismus und Diskriminierung jeder Art teilen, ist es möglich, sich auf jeder der einzelnen Ebenen aktiv einzubringen, selbst Aktivitäten und Ideen einzubringen. Wir verstehen uns als gleichberechtigte Struktur von Menschen, die freiwillig, solidarisch und auch mit Spaß an der Sache zusammenarbeiten.

Wir freuen uns auf Eure/Ihre Unterstützung.

Chronik: Gründung und unser erstes Jahr

WILLKOMMEN IM WESTEND – CHRONIK unser erstes Jahr Kirsten Goeze hat unser erstes Jahr hier in eine kurzen, persönlichen Chronik zusammengefasst:  19.05.2013: Pfingstsonntag waren die ersten rassistischen Flyer an den Bäumen. Wurden immer wieder von mir entfernt (so entsetzt über soviel Rassismus und Vorurteile) …  20.05.2013: Pfingstmontag habe ich meinen eigenen – stümperhaften …

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