Mrz 02

Willkommen im Westend Treffen am 02.03.

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
herzlich laden wir wieder ein zu unserem monatlichen Treffen

am Donnerstag, 02.03. um 19.00 Uhr

Gemeindehaus Neu Westend, Eichenallee 51, 14050 Berlin

Tagesordnung diesmal:

  1. Berichte aus den ehrenamtlichen Gruppen. Gast: Tobias (Eherenamtskoordinator der Prisod für die Eschenallee). Welche Unterstützung ist jetzt wichtig und wie gewinnen wir neue Aktive? Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Ehrenamtliche aus der Heerstraße dabei sein können und uns ein Update geben.
  1. Neues aus der Ulme
  1. Update zu Unterkünften im Bezirk. Überblick über die aktuelle Situation in Berlin. Was läuft gut, was klappt nicht und wo können wir nachhaken?
  1. Situation der Geflüchteten in Griechenland und Italien: unter katastrophalen Bedingungen leben 50.000 Menschen in Flüchtlingscamps in denen es am Nötigsten fehlt. Die europäischen Mitgliedsstaaten lassen die griechische Regierung, die Gemeinden vor Ort und vor allem die geflüchteten Menschen allein. Deutschland hat sich im Rahmen des europäischen „Relocation“-Programms verpflichtet, bis September 2017 etwa 27.300 Geflüchtete aus Griechenland und Italien aufzunehmen. Diese Selbstverpflichtung wurde bisher völlig unzureichend eingelöst. Was können wir tun?

Petition an die Bundesregierung: Über 46.000 Menschen haben sich beteiligt und fordern: „Geflüchtete aus Griechenland und Italien nach Deutschland holen! Relocation jetzt umsetzen!“

Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung an die Regierungen der Europäischen Union der ehrenamtlichen Initiative „Wir zeigen Haltung“ aus Hamburg.

  1. Abschiebungen nach Afghanistan. Trotz Krieg und immer schlechterer Sicherheitslage fand letzte Woche bereits die dritte Sammelabschiebung nach Afghanistan statt. Wie ist die Situation? Wer ist betroffen? Was können wir tun, damit Berlin sich auch weiterhin nicht an den Abschiebungen beteiligt? Hintergrundinfos: UNHCR-Bericht: https://www.proasyl.de/wp-content/uploads/2015/12/2017-Bericht-UNHCR-Afghanistan.pdf und  https://www.proasyl.de/thema/unsicheres-afghanistan/hintergrund/

 

Wir freuen uns, wenn Ihr kommt!

Herzliche Grüße

 

Amei v. Hülsen-Poensgen und Felicitas Karimi für das WiW Team

Feb 03

Bericht vom WiW-Treffen am 02.02. bei der Gemeinde Neu-Westend

Anwesend: 18 Personen
Kurze Vorstellungsrunde

Neuigkeiten aus den Unterkünften:

Heerstraße
Amei berichtet: 
Derzeit ca. 300 Bewohner_innen,
Betreiber ist Apardo, deren Vertrag nur bis Ende März besteht, danach ist ein Interimsbetreiber vorgesehen und zum Jahresende eine ordentliche Ausschreibung.
Es gab bereits ein Ehrenamtstreffen, wobei sich die Koordination noch einspielen muss. Hier hat Apardo ein anderes Konzept als bislang gewohnt. Das Haus soll eine  Gemeinschaftsunterkunft werden, daher gilt jetzt schon anderer Personalschlüssel. Statt Sozialbetreuuer wurden drei Deutschlehrkräfte eingestellt. Verstärktes Augenmerk wird auf die Betreuung der Frauen gelegt.
WiW bezahlt demnächst einen Anwalt zur Vorbereitung von Afghanen auf ihre Anhörung.  
Es werden noch Freiwillige gesucht.
Rognitzstraße
Nach der fristlosen Kündigung der PeWoBe betreibt nun das DRK Tempelhof-Schöneberg die Unterkunft. Derzeit werden Renovierungsarbeiten durchgeführt und vieles ändert sich zum Besseren. Inzwischen sind auch Freiwillige herzlich willkommen.
Soorstraße:
Infolge häufiger Personalwechsel kommt es immer wieder zu Missverständnissen und Ärger. Bespielsweise wurde zuletzt Multitude gekündigt.
Es wird überlegt, Räume für Multitude in der Ulme anzubieten.
Ulmenallee
Entgegen ursprünglicher Zusagen der BIM für eine Schlüsselübergabe Mitte Februar, verzögern sich Baugenehmigung und Übernahme des Betriebs derzeit aus schwer nachvollziehbaren Gründen aber. In der Folge besteht die Gefahr, dass zugesagte Bezirksmittel entfallen könnten. Dennoch wird der Betrieb derzeit behelfsmäßig durchgeführt
Programm/Termin steht demnächst im Internet. -> http://www.interkulturanstalten.de/
Freiwillige fürs provisorische Café für die Veranstaltungen werden gesucht.
Eschenallee
Eschenallee soll weiterhin offiziell Erstaufnahmeeinrichtung bleiben. Hierzu  gibt es jedoch unterschiedliche Aussagen aus den letzten Monaten. Ob das Haus doch noch den Status einer Gemeinschaftsunterkunft erhalten solle oder eine Mischform („Erstaufnahme Plus“), die sie de facto ist, bleiben, sollten wir klären.

Projekte des Landessportbunds /LSB)

Sabrina Hampe, Sport-Integrations-Coach, ist im Rahmen des Masterplans Integration und Sicherheit zur Unterstützung von Sportvereinen, die Mitglied im LSB sind und sich um Geflüchtete kümmern, für die Bezirke Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf zuständig. 
Derzeit besucht sie auch Unterkünfte um Interessen und bereits vorhandene Angebote zu erieren. Ebenso ist sie im Kontakt mit örtlichen Vereinen.
Austausch über bisherige Erfahrungen, z. B. Probleme durch Wegzüge der Menschen und daher häufige Fluktuation.
Frau Hampe freut sich über Kontaktaufnahme und versucht Bedürfnisse und Angebote zu vernetzen. Kontakt: shampe@lsb-berlin.de
Großes Interesse besteht regelmäßig am Schwimmen.  
Hinweis von My Westend:
Derzeit gibt es auch Cricket-Möglichkeiten und Schwimmkurse. Weiterhin werden die Treffen Montags und Mittwochs, 19 – 21 Uhr in der Herz-Jesu-Schule durchgeführt. Kontakt: Bernd und Martin 
Freiwillige sind immer willkommen, ebenso junge Männer im Alter ca. 16 – 20 Jahren
Alle 14 Tage: Treffen von Berggruen-Gymnasium mit UMF im Jugendkeller der Friedensgemeinde

Termine:

  • ab 08.02.: Nähkurs für Männer im DIVAN (Kontakt: Cem)
  • 03.02., ab 13 Uhr:Runder Tisch der Inis im Rathaus:Plan: Projektlandkarte (fürs Internet)
  • 11.02. Ehrenamtstreffen Rognitzstraße
  • 15.02.: Ehrenamtstreffen Esche 16:30 Uhr

Verschiedenes

Letzte Woche fand wieder der Zukunftstag im Rathaus statt.
Plan: soll in Zukunft so nicht mehr stattfinden, statt dessen „Thementische“
01.03.: Thema Arbeit
Wenn Einladungen von Frau Grote kommen, werden sie über die Mailingliste verschickt
Kurzer Bericht über die Situation UMF in Griechenland
Stimmung in der Esche:
ist inzwischen anders als vor einem Jahr, als die meisten Bewohner_innen eingezogen sind. Frustration über Asyl-Ablehnung bzw. Subsidiärer Schutz (gefühlte Ablehnung) für Kriegsflüchtlinge. Andere Bedürfnisse / Probleme. Schwierig auch für Personal, Hoffnung zu vermitteln.
Wünsche der Kolleginnen:
Bedarf nach Aktivitäten: Sport, Ausflüge
Großer Bedarf: Wohnungssuche-Team (!), (falls wer was hört: Kita-Plätze, Rechtsanwaltssuche), Begleitung von Familien zu Behörden, Ärzten usw., Tandem-Patenschaften  
Motivation der Frauen – Frauenraum-Orga durch Ehrenamtliche
→ Details beim Ehrenamtstreffen
Diskussion zur Schließung von Willkommensklassen und deren Auswirkungen. Unterschiedliche Meinungen. Hinweis auf den Thementisch „Schule“ am 05.04.
IHK-Gebäude: sollte nach Informationen vom November im März wieder Unterbringung für UMF werden. Wir werden uns erkundigen. 
Für Sama: 11 Jahre: wird Patin gesucht, der Onkel kümmert sich rührend, aber es fehlt das weibliche Element. Ehemalige Patin wohnt zu weit weg.
Der Spandauer Yachtclub bietet ab April Segelkurse für Kinder ab 8 Jahren an.
Kontakt mirko.schilbach@gmail.com

Jan 29

Versuch eines Stimmungsbildes beim Willkommen im Westend-Treffen am 2.2.17

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

Wie erlebt Ihr die Stimmung der Geflüchteten, wie ist Eure? Was brauchen Geflüchtete, was braucht Ihr?

Diese Fragen würden wir gerne ins Zentrum unseres nächsten Treffens stellen.

Herzlich laden wir wieder ein zu unserem monatlichen Treffen
am Donnerstag, 02.02. um 19.00 Uhr
Gemeindehaus Neu Westend, Eichenallee 51, 14050 Berlin

Tagesordnung diesmal:

1. neue Unterkunft in der Heerstrasse: Stand der Dinge
2. Villa in der Ulmenallee: ebenfalls Bericht über den Stand der Dinge
3. zu Gast: Sabrina Hampe vom Landessportbund berichtet von der Aktion „Sport interkulturell: Vereine leben Vielfalt“

4.  Gespräch zum Stimmungsbild: Wie erlebt Ihr die Stimmung der Geflüchteten, wie ist Eure? Was brauchen Geflüchtete, was braucht Ihr?

5. Termine und Sonstiges

Wir freuen uns, wenn Ihr kommt!

Jan 12

Anwohnerversammlung zur Heerstrasse am 10.1.2017

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Podium der Anwohnerversammlung (Namen im Text)

Inzwischen sind sie ja eigentlich Routine, die Anwohnerversammlungen bei der Eröffnung neuer Unterkünfte.
Viele Anwohner ware es nicht – vermutlich hat der heftige Schneefall kurz vor der Veranstaltung einige abgehalten. In der Kirche ca 60 Menschen, darunter altvertraute Gesichter: Mitarbeiter der Verwaltung, Bezirkspolitiker und viele, die sich an der ein oder anderen Stelle früher schon für geflüchtete Menschen engagiert haben oder noch engagieren.
Auf dem Podium Bezirksstadträte Carsten Engelmann (Soziales), Heike Schmitt-Schmelz (Schule), Herr Hillbold vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, Herr Tietze, neuer Staatssekretär für Integration, Herr Mofrad und Herr Bruns vom Betreiber Arpado, durch die Sendug führte Frank Vöhler, Pastor der Kirche Neuwestend. Weiterlesen »

Jan 09

Neue Termine: Infoabende zum Turboprojekt UmFs

Kleiner Einsatz – große Wirkung auch 2017: Infoblatt Turboprojekt

Noch immer werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) volljährig oder stehen kurz davor – ohne einen Asylantrag stellen zu können, häufig auch ohne eine grundlegende Orientierung für ihren Integrationsprozess. Denn für die Klärung ihres Aufenthaltsstatus benötigen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einen Vormund, der sie rechtlich vertritt.

Um für Jugendliche kurz vor dem 18. Geburtstag schnell reagieren zu können,besteht die Möglichkeit eine Vollmacht durch die Amtsvormundschaft zu erwirken, um die Jugendlichen noch vor ihrer Volljährigkeit bei den entscheidenden Schritten zu unterstützen.

«Turbo» Infoabende zur Bevollmächtigung:

die nächste Gelegenheit am 12. Januar 2017, 19:00 Uhr

Am 12.01.17 um 19:00 Uhr veranstalten wir einen Infoabend in der Sybelstraße 43, 10629 Berlin rund um die Möglichkeiten der Bevollmächtigung. Vermittelt werden grundlegende Informationen, außerdem beantworten wir Fragen zur Situation der umF, ihrem spezifischen Unterstützungsbedarf und den anstehenden Aufgaben.

Der Infoabend ist Teil unseres «Turbo-Projekts» mit dem Ziel, möglichst vielen Jugendlichen noch die Chance zu geben, vor ihrem 18. Geburtstag einen Asylantrag zu stellen. Ansprechpartner für das Projekt sind Sabine Speiser (s.speiser@encourage-ev.de) und Beate Müller (b.mueller@encourage-ev.de).

Interessent|nnen melden sich bitte unter: anmelden@encourage-ev.de an.

Weitere Info-Abende – immer 19 Uhr, immer Sybelstraße 43, am:

27.01.2017

13.02.2017

01.03.2017

21.03.2017

Jan 03

Jan 2017 – WiW-Treffen fällt aus, dafür viele andere Termine

Diese Woche (5.1.17) fällt das reguläre Treffen von Willkommen im Westend am Donnerstag aus – Grund ist die Tatsache, dass es in den kommenden Wochen viele andere Termine und Gelegenheiten gibt, sich zu treffen:

Samstag 7.1. von 14-18.00 Uhr Ulmenallee 35: gemeinsam Ideen und Pläne schmieden für die Villa, die sich in einen Haus für Kunst, Kultur und Begegnung verwandeln soll – im Februar soll es losgehen mit dem Café und weitere Aktivitäten – wir freuen uns über alle neuen und alten Berliner*innen, die mit Ideen und Energie kommen, das Haus mit zu gestalten. Mehr Infos hier

Mittwoch, den 11.01.2017 um 18.00 Uhr: Informationsveranstaltung zur Eröffnung einer Unterkunft für Flüchtlinge in der Heerstraße 16-18 in der Kirchengemeinde Neu-Westend, Eichenallee 49, 14050 Berlin gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Sozialstadtrat Engelmann (Einladung hier Informationsveranstal tung Heerstraße 16 Einladung _ III) Weiterlesen »

Dez 19

Angst der Afghanen nach den ersten Abschiebungen

Viele Menschen und auch viele Jugendliche aus Afghanistan sind jetzt – nach dem ersten Abschiebungsflieger alarmiert und beunruhigt.

Für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge hat der Bundesfachverband B-UMF einige wichtige Hinweise zusammengestellt, die zum Teil auch für Erwachsene genutzt werden können, gleich auf der Startseite: http://www.b-umf.de
es gibt dort die Hinweise auf deutsch und dari

Unterstützt die Jugendlichen, sich nicht von der Angst treiben zu lassen sondern aktiv und organisiert ihre Chancen zu nutzen!

Und wenn ihr umF findet, die fast 18 sind und noch keinen Vormund haben, bitte schickt sie zu  info(at)encourage-ev.de. Empfohlen ist den Asylantrag, falls irgendwie aussichtsreich, noch vor der Volljährigkeit zu stellen!

Dez 17

Heerstrasse und kein Ende – hier eine Richtigstellung

++ACHTUNG: RICHTIGSTELLUNG HEERSTRASSE++
In den letzten Tagen gab es das Gerücht, das auch wir weiterverbreitet haben, die Bewohner der Werner Ruhmannhalle in der Forckenbeckstr. könnten am Montag (19.12.) in die Heerstrasse umziehen.
Leider ist das nicht der Fall. Richtig ist, dass mit dem Regierungswechsel neue Bewegung in die Sache gekommen ist, man nun beim Senat unter Hochdruck nach juristisch gangbaren Wegen sucht und die Hoffnung hat, kurzfristig etwas umsetzen zu können.
Bisher gibt es aber noch keine Entscheidungen und alle Umzugsmeldungen den Bewohnern gegenüber sind verfrüht- Auch diese Presseerklärung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf wird von den Verantwortlichen auf der Landesebene nicht bestätigt.
Es tut uns leid, dass auch wir die Falschmeldung über einen festen Umzugstermin per Mail und auf Facebook weitergegeben haben, die vom Bezirksamt stammte – das letzte, was die Geflüchteten brauchen sind Versprechungen, die wieder nicht gehalten werden.
Der Vorfall zeigt, dass bei allen Beteiligten die Nerven blank liegen – wir hoffen aber, dass die Zusammenarbeit auf den verschiedenen Verwaltungsebenen in Berlin sich verbessern wird. Vor allem aber hoffen wir, dass Senat und Bezirk gemeinsam den gordischen Knoten durchschlagen. Seit 6 Monaten steht das Haus in der Heerstrasse bereit, die Menschen aus den Turnhallen müssen endlich dorthin umziehen dürfen.

Nov 29

Freizug der Turnhallen – warum gibt es keine Alternativen? Brief der Willkommensinitiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf

die Heerstrasse ist noch immer nicht bezogen, noch immer leben ca. 20.000 Menschen in Notunterkünften in Berlin, davon 3500 in Turnhallen – in ganz Berlin protestieren Geflüchtete, Initiativen und auch die MitarbeiterInnen des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten.

Auch die Initiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf haben sich zusammengetan und heute folgenden offenen Brief an den regierenden Bürgermeister geschickt – es ist allerhöchste Zeit endlich an einem Strang zu ziehen und Lösungen zu finden!

 Unten stehend und im Anhang findet Ihr den offenen Brief aus Charlottenburg-Wilmersdorf an den Regierenden und einen offenen Brief aus Pankow, der ebenfalls von vielen Initiativen mit unterzeichnet wurde.

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,

mit folgendem Aufruf wenden wir uns heute als Willkommensinitiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf an Sie:

die Situation der geflüchteten Menschen in den Turnhallen, in den Hangars oder anderen Notunterkünften ist Ihnen bekannt, auch Sie werden von vielen Einzelschicksalen gehört haben und wissen, dass diese Unterbringungssituation nach über einem Jahr immer unerträglicher wird. Darunter leiden nicht nur die Geflüchteten, die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen und die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die die Hallen zum Sport nutzen wollen und sollen. Auch Flüchtlingshelfer und -helferinnen geben mehr und mehr entmutigt auf. Man schämt sich inzwischen in eine Turnhalle zu kommen und Deutschunterricht anzubieten oder zu einem Museumsbesuch einzuladen – es kommt einem wie Hohn vor angesichts der Tatsache, dass die Menschen zur Zeit ganz andere Sorgen und existenzielle Probleme haben. Wir spüren, dass die Menschen uns nicht mehr glauben, zu oft wurden ihre (und unsere) Hoffnungen enttäuscht.

Mit dieser Unterbringungssituation gefährdet Berlin nicht nur die physische und psychische Gesundheit der Geflüchteten, sondern auch die Berliner „Willkommenskultur“ insgesamt, da sie auch bei uns Freiwilligen Optimismus, Hoffnung und Handlungsfreude zerstört – Grundbedingungen, die notwendig sind, damit wir Menschen bei ihrem Start in ein neues Leben begleiten können.

Seit Februar schieben sich verschiedene Senatsabteilungen und die Bezirke den schwarzen Peter über den Tisch, mal sind Bauflächen nicht abgesprochen, mal Gelder nicht freigegeben, mal spielt der Finanzsenator oder das Umweltamt nicht mit, mal hat der Sozialsenator seinen Laden nicht im Griff und  Ausschreibungen misslingen, der Hauptausschuss vertagt die Anforderung von Unterstützung: immer sind es die anderen, niemand ist verantwortlich und keiner löst die Probleme.
In Charlottenburg-Wilmersdorf ist von ursprünglich vier geplanten Standorten für Tempo-Homes oder MUFs bisher nicht einer in Angriff genommen worden, das fertig umgebaute Bürogebäude in der Heerstrasse 16 sollte im Juli bezogen werden – nun sieht es aufgrund von bürokratischen Problemen so aus, als könne es bis Ostern dauern.

Die Menschen sind verzweifelt, krank, erschöpft – sie können einfach nicht mehr. Alle Beteiligten wissen, dass die Zeit drängt, aber wo ist der Wille, die Probleme wirklich zu lösen?
Wenn es mit den Ausschreibungen nicht klappt, wer diskutiert andere Lösungswege?
       Wo ist die Taskforce, die sicherstellt, dass leerstehende Räumlichkeiten sofort nutzbar werden und die notwendigen Wohnungen, Tempo-Homes und MUFs ohne weitere Zeitverzögerung und ohne Behördenhickhack entstehen können?
       Wenn es mit den Interimsausschreibungen für bereitstehende Gebäude schwierig ist: Warum ziehen nicht die Betreiber der Turnhallen mit ihren Bewohnern gemeinsam in die neuen Unterkünfte bis ein endgültiger Betreiber gefunden ist?
        Warum betreibt Berlin die Unterkünfte nicht selbst für die Übergangszeit? Sei es direkt, sei es über eine bestehende oder neu gegründete Gesellschaft – in anderen Bundesländern ist das der Regelfall, dann sollte es in Berlin doch zumindest für eine Übergangszeit möglich sein?
       Oder ist die Situation nicht doch als so dringlich einzustufen, dass die Gebäude wie im vergangenen Jahr beschlagnahmt werden und Betreiber ohne Ausschreibung ausgewählt werden können? 
Es kann nicht sein, dass Gebäude bezugsfertig bereitstehen und Menschen dennoch in Notunterkünften leben müssen, dafür muss es noch in diesem Jahr Lösungen geben. Und es kann nicht sein, dass es mit dem dringend benötigten Neubau so schleppend vorangeht.

Aus unserer Sicht als BürgerInnen und als Freiwillige, denen die Menschen in den Hallen am Herzen liegen, kann es jetzt nicht darum gehen Sündenböcke für vergangene Fehler zu finden. Wir können auch nicht darauf warten, bis die neue SenatorInnen und Staatssekretäre 100 Tage Zeit hatten, sich in ihre neuen Ämter einzufinden. Der Karren steckt im Dreck und muss herausgezogen werden.
Es ist Ihre Verantwortung als regierender Bürgermeister dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten endlich an einem Strang ziehen und kurzfristig Lösungen finden.

Mit freundlichen Grüßen

Willkommensinitiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf:
Willkommen im Westend
Willkommen-in-Wilmersdorf
Flüchtlingsinitiative Klausenerplatz
Freiwillige in der Prinzregentenstraße
Hockey hilft (Forckenbeckstraße)
Engagierte aus dem Halemweg
Netzwerk Berlin hilft

Kontakt: Amei v. Hülsen-Poensgen,  amei(at)willkommen-im-westend.de, Tel. 0178 20 44 873
                 Felicitas Karimi,   felicitas.karimi(at)willkommen-im-westend.de, Tel. 0178 93 81 049

29112016_Pankow_Offener Brief_Schließung der Turnhallen Offener Brief aus Cha-Wi November 2016

Offener Brief aus Cha-Wi November 2016

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Nov 04

3 Eurer Tage, die das Leben von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verändern können

Es gibt noch immer mehrere Hundert unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF), die bislang noch keinen Antrag auf Asyl stellen konnten. Denn ohne Vormund oder mit einem Amtsvormund, der zu viele Einzelfälle übernehmen musste und keine Kapazitäten hat, können die Jugendlichen keinen Asylantrag stellen.

Wir bemühen uns im Rahmen der Willkommensinitiativen und des in Gründung befindlichen Vereins encourage Ehrenamtler/innen zu gewinnen, die die Vormundschaft für einen umF zu übernehmen, damit dieser seine Rechte umsetzen kann und bei allen wichtigen Terminen eine Begleitung dabei hat. Weiterlesen »

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