Jan 29

Versuch eines Stimmungsbildes beim Willkommen im Westend-Treffen am 2.2.17

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

Wie erlebt Ihr die Stimmung der Geflüchteten, wie ist Eure? Was brauchen Geflüchtete, was braucht Ihr?

Diese Fragen würden wir gerne ins Zentrum unseres nächsten Treffens stellen.

Herzlich laden wir wieder ein zu unserem monatlichen Treffen
am Donnerstag, 02.02. um 19.00 Uhr
Gemeindehaus Neu Westend, Eichenallee 51, 14050 Berlin

Tagesordnung diesmal:

1. neue Unterkunft in der Heerstrasse: Stand der Dinge
2. Villa in der Ulmenallee: ebenfalls Bericht über den Stand der Dinge
3. zu Gast: Sabrina Hampe vom Landessportbund berichtet von der Aktion „Sport interkulturell: Vereine leben Vielfalt“

4.  Gespräch zum Stimmungsbild: Wie erlebt Ihr die Stimmung der Geflüchteten, wie ist Eure? Was brauchen Geflüchtete, was braucht Ihr?

5. Termine und Sonstiges

Wir freuen uns, wenn Ihr kommt!

Jan 12

Anwohnerversammlung zur Heerstrasse am 10.1.2017

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Podium der Anwohnerversammlung (Namen im Text)

Inzwischen sind sie ja eigentlich Routine, die Anwohnerversammlungen bei der Eröffnung neuer Unterkünfte.
Viele Anwohner ware es nicht – vermutlich hat der heftige Schneefall kurz vor der Veranstaltung einige abgehalten. In der Kirche ca 60 Menschen, darunter altvertraute Gesichter: Mitarbeiter der Verwaltung, Bezirkspolitiker und viele, die sich an der ein oder anderen Stelle früher schon für geflüchtete Menschen engagiert haben oder noch engagieren.
Auf dem Podium Bezirksstadträte Carsten Engelmann (Soziales), Heike Schmitt-Schmelz (Schule), Herr Hillbold vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, Herr Tietze, neuer Staatssekretär für Integration, Herr Mofrad und Herr Bruns vom Betreiber Arpado, durch die Sendug führte Frank Vöhler, Pastor der Kirche Neuwestend. Weiterlesen »

Jan 09

Neue Termine: Infoabende zum Turboprojekt UmFs

Kleiner Einsatz – große Wirkung auch 2017: Infoblatt Turboprojekt

Noch immer werden unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) volljährig oder stehen kurz davor – ohne einen Asylantrag stellen zu können, häufig auch ohne eine grundlegende Orientierung für ihren Integrationsprozess. Denn für die Klärung ihres Aufenthaltsstatus benötigen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einen Vormund, der sie rechtlich vertritt.

Um für Jugendliche kurz vor dem 18. Geburtstag schnell reagieren zu können,besteht die Möglichkeit eine Vollmacht durch die Amtsvormundschaft zu erwirken, um die Jugendlichen noch vor ihrer Volljährigkeit bei den entscheidenden Schritten zu unterstützen.

«Turbo» Infoabende zur Bevollmächtigung:

die nächste Gelegenheit am 12. Januar 2017, 19:00 Uhr

Am 12.01.17 um 19:00 Uhr veranstalten wir einen Infoabend in der Sybelstraße 43, 10629 Berlin rund um die Möglichkeiten der Bevollmächtigung. Vermittelt werden grundlegende Informationen, außerdem beantworten wir Fragen zur Situation der umF, ihrem spezifischen Unterstützungsbedarf und den anstehenden Aufgaben.

Der Infoabend ist Teil unseres «Turbo-Projekts» mit dem Ziel, möglichst vielen Jugendlichen noch die Chance zu geben, vor ihrem 18. Geburtstag einen Asylantrag zu stellen. Ansprechpartner für das Projekt sind Sabine Speiser (s.speiser@encourage-ev.de) und Beate Müller (b.mueller@encourage-ev.de).

Interessent|nnen melden sich bitte unter: anmelden@encourage-ev.de an.

Weitere Info-Abende – immer 19 Uhr, immer Sybelstraße 43, am:

27.01.2017

13.02.2017

01.03.2017

21.03.2017

Jan 03

Jan 2017 – WiW-Treffen fällt aus, dafür viele andere Termine

Diese Woche (5.1.17) fällt das reguläre Treffen von Willkommen im Westend am Donnerstag aus – Grund ist die Tatsache, dass es in den kommenden Wochen viele andere Termine und Gelegenheiten gibt, sich zu treffen:

Samstag 7.1. von 14-18.00 Uhr Ulmenallee 35: gemeinsam Ideen und Pläne schmieden für die Villa, die sich in einen Haus für Kunst, Kultur und Begegnung verwandeln soll – im Februar soll es losgehen mit dem Café und weitere Aktivitäten – wir freuen uns über alle neuen und alten Berliner*innen, die mit Ideen und Energie kommen, das Haus mit zu gestalten. Mehr Infos hier

Mittwoch, den 11.01.2017 um 18.00 Uhr: Informationsveranstaltung zur Eröffnung einer Unterkunft für Flüchtlinge in der Heerstraße 16-18 in der Kirchengemeinde Neu-Westend, Eichenallee 49, 14050 Berlin gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Sozialstadtrat Engelmann (Einladung hier Informationsveranstal tung Heerstraße 16 Einladung _ III) Weiterlesen »

Dez 19

Angst der Afghanen nach den ersten Abschiebungen

Viele Menschen und auch viele Jugendliche aus Afghanistan sind jetzt – nach dem ersten Abschiebungsflieger alarmiert und beunruhigt.

Für die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge hat der Bundesfachverband B-UMF einige wichtige Hinweise zusammengestellt, die zum Teil auch für Erwachsene genutzt werden können, gleich auf der Startseite: http://www.b-umf.de
es gibt dort die Hinweise auf deutsch und dari

Unterstützt die Jugendlichen, sich nicht von der Angst treiben zu lassen sondern aktiv und organisiert ihre Chancen zu nutzen!

Und wenn ihr umF findet, die fast 18 sind und noch keinen Vormund haben, bitte schickt sie zu  info(at)encourage-ev.de. Empfohlen ist den Asylantrag, falls irgendwie aussichtsreich, noch vor der Volljährigkeit zu stellen!

Dez 17

Heerstrasse und kein Ende – hier eine Richtigstellung

++ACHTUNG: RICHTIGSTELLUNG HEERSTRASSE++
In den letzten Tagen gab es das Gerücht, das auch wir weiterverbreitet haben, die Bewohner der Werner Ruhmannhalle in der Forckenbeckstr. könnten am Montag (19.12.) in die Heerstrasse umziehen.
Leider ist das nicht der Fall. Richtig ist, dass mit dem Regierungswechsel neue Bewegung in die Sache gekommen ist, man nun beim Senat unter Hochdruck nach juristisch gangbaren Wegen sucht und die Hoffnung hat, kurzfristig etwas umsetzen zu können.
Bisher gibt es aber noch keine Entscheidungen und alle Umzugsmeldungen den Bewohnern gegenüber sind verfrüht- Auch diese Presseerklärung des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf wird von den Verantwortlichen auf der Landesebene nicht bestätigt.
Es tut uns leid, dass auch wir die Falschmeldung über einen festen Umzugstermin per Mail und auf Facebook weitergegeben haben, die vom Bezirksamt stammte – das letzte, was die Geflüchteten brauchen sind Versprechungen, die wieder nicht gehalten werden.
Der Vorfall zeigt, dass bei allen Beteiligten die Nerven blank liegen – wir hoffen aber, dass die Zusammenarbeit auf den verschiedenen Verwaltungsebenen in Berlin sich verbessern wird. Vor allem aber hoffen wir, dass Senat und Bezirk gemeinsam den gordischen Knoten durchschlagen. Seit 6 Monaten steht das Haus in der Heerstrasse bereit, die Menschen aus den Turnhallen müssen endlich dorthin umziehen dürfen.

Nov 29

Freizug der Turnhallen – warum gibt es keine Alternativen? Brief der Willkommensinitiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf

die Heerstrasse ist noch immer nicht bezogen, noch immer leben ca. 20.000 Menschen in Notunterkünften in Berlin, davon 3500 in Turnhallen – in ganz Berlin protestieren Geflüchtete, Initiativen und auch die MitarbeiterInnen des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten.

Auch die Initiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf haben sich zusammengetan und heute folgenden offenen Brief an den regierenden Bürgermeister geschickt – es ist allerhöchste Zeit endlich an einem Strang zu ziehen und Lösungen zu finden!

 Unten stehend und im Anhang findet Ihr den offenen Brief aus Charlottenburg-Wilmersdorf an den Regierenden und einen offenen Brief aus Pankow, der ebenfalls von vielen Initiativen mit unterzeichnet wurde.

Sehr geehrter Herr Regierender Bürgermeister,

mit folgendem Aufruf wenden wir uns heute als Willkommensinitiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf an Sie:

die Situation der geflüchteten Menschen in den Turnhallen, in den Hangars oder anderen Notunterkünften ist Ihnen bekannt, auch Sie werden von vielen Einzelschicksalen gehört haben und wissen, dass diese Unterbringungssituation nach über einem Jahr immer unerträglicher wird. Darunter leiden nicht nur die Geflüchteten, die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen und die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die die Hallen zum Sport nutzen wollen und sollen. Auch Flüchtlingshelfer und -helferinnen geben mehr und mehr entmutigt auf. Man schämt sich inzwischen in eine Turnhalle zu kommen und Deutschunterricht anzubieten oder zu einem Museumsbesuch einzuladen – es kommt einem wie Hohn vor angesichts der Tatsache, dass die Menschen zur Zeit ganz andere Sorgen und existenzielle Probleme haben. Wir spüren, dass die Menschen uns nicht mehr glauben, zu oft wurden ihre (und unsere) Hoffnungen enttäuscht.

Mit dieser Unterbringungssituation gefährdet Berlin nicht nur die physische und psychische Gesundheit der Geflüchteten, sondern auch die Berliner „Willkommenskultur“ insgesamt, da sie auch bei uns Freiwilligen Optimismus, Hoffnung und Handlungsfreude zerstört – Grundbedingungen, die notwendig sind, damit wir Menschen bei ihrem Start in ein neues Leben begleiten können.

Seit Februar schieben sich verschiedene Senatsabteilungen und die Bezirke den schwarzen Peter über den Tisch, mal sind Bauflächen nicht abgesprochen, mal Gelder nicht freigegeben, mal spielt der Finanzsenator oder das Umweltamt nicht mit, mal hat der Sozialsenator seinen Laden nicht im Griff und  Ausschreibungen misslingen, der Hauptausschuss vertagt die Anforderung von Unterstützung: immer sind es die anderen, niemand ist verantwortlich und keiner löst die Probleme.
In Charlottenburg-Wilmersdorf ist von ursprünglich vier geplanten Standorten für Tempo-Homes oder MUFs bisher nicht einer in Angriff genommen worden, das fertig umgebaute Bürogebäude in der Heerstrasse 16 sollte im Juli bezogen werden – nun sieht es aufgrund von bürokratischen Problemen so aus, als könne es bis Ostern dauern.

Die Menschen sind verzweifelt, krank, erschöpft – sie können einfach nicht mehr. Alle Beteiligten wissen, dass die Zeit drängt, aber wo ist der Wille, die Probleme wirklich zu lösen?
Wenn es mit den Ausschreibungen nicht klappt, wer diskutiert andere Lösungswege?
       Wo ist die Taskforce, die sicherstellt, dass leerstehende Räumlichkeiten sofort nutzbar werden und die notwendigen Wohnungen, Tempo-Homes und MUFs ohne weitere Zeitverzögerung und ohne Behördenhickhack entstehen können?
       Wenn es mit den Interimsausschreibungen für bereitstehende Gebäude schwierig ist: Warum ziehen nicht die Betreiber der Turnhallen mit ihren Bewohnern gemeinsam in die neuen Unterkünfte bis ein endgültiger Betreiber gefunden ist?
        Warum betreibt Berlin die Unterkünfte nicht selbst für die Übergangszeit? Sei es direkt, sei es über eine bestehende oder neu gegründete Gesellschaft – in anderen Bundesländern ist das der Regelfall, dann sollte es in Berlin doch zumindest für eine Übergangszeit möglich sein?
       Oder ist die Situation nicht doch als so dringlich einzustufen, dass die Gebäude wie im vergangenen Jahr beschlagnahmt werden und Betreiber ohne Ausschreibung ausgewählt werden können? 
Es kann nicht sein, dass Gebäude bezugsfertig bereitstehen und Menschen dennoch in Notunterkünften leben müssen, dafür muss es noch in diesem Jahr Lösungen geben. Und es kann nicht sein, dass es mit dem dringend benötigten Neubau so schleppend vorangeht.

Aus unserer Sicht als BürgerInnen und als Freiwillige, denen die Menschen in den Hallen am Herzen liegen, kann es jetzt nicht darum gehen Sündenböcke für vergangene Fehler zu finden. Wir können auch nicht darauf warten, bis die neue SenatorInnen und Staatssekretäre 100 Tage Zeit hatten, sich in ihre neuen Ämter einzufinden. Der Karren steckt im Dreck und muss herausgezogen werden.
Es ist Ihre Verantwortung als regierender Bürgermeister dafür zu sorgen, dass alle Beteiligten endlich an einem Strang ziehen und kurzfristig Lösungen finden.

Mit freundlichen Grüßen

Willkommensinitiativen aus Charlottenburg-Wilmersdorf:
Willkommen im Westend
Willkommen-in-Wilmersdorf
Flüchtlingsinitiative Klausenerplatz
Freiwillige in der Prinzregentenstraße
Hockey hilft (Forckenbeckstraße)
Engagierte aus dem Halemweg
Netzwerk Berlin hilft

Kontakt: Amei v. Hülsen-Poensgen,  amei(at)willkommen-im-westend.de, Tel. 0178 20 44 873
                 Felicitas Karimi,   felicitas.karimi(at)willkommen-im-westend.de, Tel. 0178 93 81 049

29112016_Pankow_Offener Brief_Schließung der Turnhallen Offener Brief aus Cha-Wi November 2016

Offener Brief aus Cha-Wi November 2016

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Nov 04

3 Eurer Tage, die das Leben von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen verändern können

Es gibt noch immer mehrere Hundert unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF), die bislang noch keinen Antrag auf Asyl stellen konnten. Denn ohne Vormund oder mit einem Amtsvormund, der zu viele Einzelfälle übernehmen musste und keine Kapazitäten hat, können die Jugendlichen keinen Asylantrag stellen.

Wir bemühen uns im Rahmen der Willkommensinitiativen und des in Gründung befindlichen Vereins encourage Ehrenamtler/innen zu gewinnen, die die Vormundschaft für einen umF zu übernehmen, damit dieser seine Rechte umsetzen kann und bei allen wichtigen Terminen eine Begleitung dabei hat. Weiterlesen »

Okt 31

Aufruf Berliner Freiwilligeninitiativen zur Flüchtlingspolitik in der Stadt

*Wir unterstützen die Forderungen des Flüchtlingsrates*

An die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin

An die Verhandelnden in den Koalitionsverhandlungen
zur Bildung der zukünftigen Landesregierung von Berlin

Berlin, 31. Oktober 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

in unseren Initiativen engagieren sich Menschen aller Altersgruppen, aller Lebenssitua­tionen und aller Religionen ehrenamtlich für ein nachbarschaftliches Miteinander von bereits länger hier lebenden und neu ankommenden geflüchteten Menschen.

Wir sind weiterhin entsetzt über die skandalösen Zustände im Zusammenhang mit der Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten in Berlin und müssen viel Zeit darauf verwenden, staatliches Versagen zu kompensieren. Zeit, die uns in der wirklichen nach­barschaftlichen Arbeit, die wir leisten wollen, fehlt.

Wir unterstützen den Forderungskatalog des Flüchtlingsrates Berlin, den dieser am 19. September unter dem Titel „Berlin braucht eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik!“ veröffentlicht hat.

Wir erwarten, die Forderungen des Flüchtlingsrates in Form von konkreten Projekten und Zielen im Koalitionsvertrag wiederzufinden. Nutzen Sie auch die Chance, anders als die bisherige Landesregierung, vielfältig und offensiv mit Geflüchteten und Ehrenamtlichen Kooperationen einzugehen und das Gespräch zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen

Bündnis Neukölln
Kreuzberg Hilft
KuB – Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant*innen e.V.
Moabit Hilft
Pankow Hilft – Unterstützerkreis Storkower Str.
Vormund-werden.de
Weltweit – Asyl in der Kirche e.V.
Willkommen im Westend

Hier geht es zum Brief der Initiativen und Forderungen des Fluechtlingsrates

Logos der beteiligten Initiativen

Okt 18

Junge Geflüchtete – was wir von den Koalitionsverhandlungen erwarten

Geflüchtete Jugendliche, junge Flüchtlinge und insbesondere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) oder von nicht erziehungsberechtigten Verwandten / Freunden „begleitete“ umF sind eine besonderes schutzbedürftige Zielgruppe unter den Flüchtlingen. Sie unterstehen den spezifischen Rechten des Kinder- und Jugendschutzes (SGB VIII, insbesondere §42 ff) und der Kinderschutzkonvention der Vereinten Nationen.

Folgende Mindestforderungen wollen wir in die Koalitionsverhandlungen einbringen, sie basieren auf dem Forderungskatalog, den der Flüchtlingsrat Berlin zur Wahl vorgelegt hat und sind dort auch im Einzelnen ausgeführt. Und sie basieren auf unserer Erfahrung in der ehrenamtlichen Begleitung jugendlicher Flüchtlinge (Willkommen im Westend):

 

  1. Unterbringung:

– Zusammen mit allen Berliner Anspruchsgruppen fordern wir, mehr bezahlbaren Wohnraum zugänglich zu machen, insbesondere für Familien mit Kindern – menschenwürdiges Wohnen ist Voraussetzung für Kinder- und Jugendschutz, Voraussetzung dafür angemessen lernen und sich beruflich integrieren zu können.

– Solange nicht alle Kinder und Jugendlichen  in entsprechenden Wohnungen unterzubringen sind, bedarf es dringend entsprechender Schutzkonzepte für Kinder (ebenso wie für Frauen) in den Heimen, Maßnahmen zur Gewaltprävention und die entsprechende Kontrolle durch die Behörden.

 

  1. Schule und Bildung – der beste Weg zur Integration junger Geflüchteter:

– keine „Flüchtlingsschule“ ! Willkommensklassen müssen in bestehenden Schulen eingerichtet werden, die Übernahme der Schüler und Schülerinnen in Regelklassen muss dabei von Anfang an mit gedacht werden.

– Schulplätze in einer Willkommensklasse für ALLE jungen Flüchtlinge JETZT! Und zwar in bestehenden Schulen.

– Unterstützung und Regelung des Übertritts in die Regelklassen: Klärung der Kriterien, Unterstützungsprogramme für geflüchtete Schüler und Schülerinnen auch in den Regelklassen, ausreichend Schulräume (Container) vor allem in Gymnasien, Angebote der Qualifizierung für Lehrkräfte, Begleitung der Schulen

– Verbindliche und engmaschige Zusammenarbeit vom Betreuungspersonen in den Einrichtungen und den Schulen, und mit den ehrenamtlichen Pat/innen oder Vormünder/innen, um bei Schulproblemen schnell eingreifen und helfen zu können.

– ausreichend alternative Bildungskonzepte für Jugendliche ohne und mit gebrochenen Bildungsbiografien (das kann nicht von kleinen Vereinen alleine gestemmt werden)

– Kita- und Hortplätze für alle (Kitapflicht)!

– Kontinuierliches Monitoring durch die Schulämter der Bezirke, wir verlieren viel zu viele Kinder und Jugendliche bei Umzügen und aufgrund unzureichender Begleitung

 

  1. UmF – junge Menschen ohne ihre Familie, die in besonderer Weise unserer Unterstützung bedürfen

Grundsätzlich gilt: Der Senat ist für umF verantwortlich für: unverzügliches Clearing, Unterbringung, Betreuung,  und Versorgung, umgehende Einleitung der Jugendhilfemaßnahmen, die Vermittlung von Schul- und Bildungsmaßnahmen, sofortige Bestellung von Vormündern, ein aufenthaltsrechtliches Clearing und ggf. sofortige Einleitung des Asylverfahrens.

Im Einzelnen fordern wir:

– Qualitätskontrolle der Unterkünfte für umF nach den Standards des Jugendschutzes durch die zuständigen Behörden (Landes- und Bezirksjugendämter)

– Ausbau von Einrichtungen betreuten Jugendwohnens in den Bezirken, um die Inobhutnahme der umF durch die Bezirke umzusetzen – aktuell leben mehr als 800 Jugendliche noch in Notunterkünften und die Kapazitäten in regulären Unterkünften des betreuten Wohnens in bezirklicher Obhut sind bereits erschöpft.

– Ausbau der Kapazitäten bezirklicher Jugendämter, wie beispielsweise der Amtsvormundschaften – die umF können von ihrem Recht auf Antrag auf Asyl keinen Gebrauch machen, weil die Amtsvormünder die Anträge wegen Überlastung nicht stellen können. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang die neuen Möglichkeiten der Vereinsvormundschaft.

– Beschleunigung der Verfahrung von Inobhutnahme und Clearing für die Jugendlichen, die bereits seit vielen Monaten darauf warten.

– Ausbau von Beratungsangeboten für junge Geflüchtete

– Altersschätzungen im Zweifel für den Minderjährigen – es gibt keine zuverlässigen Methoden zur genauen Altersschätzung, die Ungenauigkeit darf nicht zu Lasten junger Geflüchteter gehen. Altersschätzung muss alle Faktoren einbeziehen, vorliegende Dokumente, sozial-pädagogische Einschätzung und sollte die Kenntnisse derer beachten, die die Jugendlichen schon länger aus der täglichen Arbeit kennen (Lehrkräfte, Sozialarbeiter/innen in den Unterkünften). Da es keine Möglichkeit gibt, sinnvoll gegen Altersfestsetzungen zu klagen, kann dieses Thema nur politisch gelöst werden.

– großzügige Gewährung von Hilfe zur Erziehung für junge Volljährigen (18 – 21 Jahre); hierfür muss die Finanzierung durch den Senat sichergestellt werden, die Bezirke dürfen nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Auch hierfür müssen Kapazitäten im Bereich des betreuten Jugendwohnens geschaffen werden!

– Minderjährige, die in Begleitung nicht erziehungsberechtigter Erwachsener einreisen, müssen ebenfalls unverzüglich mit einem Vormund ausgestattet werden.

– Berlinpass für alle Minderjährigen, auch umF – hier besteht eine Lücke: umF, die vom Jugendamt und nicht vom Sozialamt betreut und finanziert werden haben bislang kein Anrecht auf einen Berlinpass, obwohl sie alle übrigen Bedingungen erfüllen.

– Wir wünschen uns dringend, dass die neue Regelung großzügig gehandhabt wird, Jugendliche, die sich bereits in Berlin über Schulplatz und soziale Anbindung eingelebt haben, mit ihrem 18. Geburtstag nicht über das Easy Verfahren erneut bundesweit zu verteilen.

 

Ansprechpartner

Willkommen im Westend / encourage e.V.i.G.:                                  encourage e.V.i.G:

Dr. Sabine Speiser                                                                             Andrea Petzenhammer

umf@willkommen-im-westend.de                                      post@encourage-ev.de

Tel: 0178 8547460                                                                          Tel: 0179 6892712

 

Und hier der Text noch mal als pdf zum Ausdrucken: Input zu den Koalitiuonsverhandlungen WiW u encourage

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